Von der Knolle zur Pfeife

Baumheide

Hochwertige Pfeifen werden auch heute noch nahezu ausschließlich in Handarbeit hergestellt. Maßgeblicher Werkstoff dabei ist Bruyèreholz. Dieses Holz stammt aus einer knollenartigen Verdickung zwischen Stamm und Wurzel der Baumheide. Dieser bis zu sechs Meter hohe Baum kommt ausschließlich im Mittelmeerraum vor und ist verwandt mit unserem Heidekraut: bruyère ist das französische Wort für Erica.

Polieren
Polieren
Baumheide

Bedingt durch sehr heiße Sommer und kalte,rauhe Winter wächst das Bruyreholz nur äuert langsam. Dadurch wird es zum idealen Material für die Pfeifenherstellung: Es ist äuerst hart und hitzebeständig, dabei aber gleichzeitig leicht und atmungsaktiv.Nach der Ernte werden die Knollen gelagert und anschließend von einem Coupeur(Zuschneider) zersägt, um die Qualität des Holzes beurteilen zu können. Besonders hochwertige Pfeifen werden nur aus sogenanntem  Plateau-Holz (Ebauchon) gefertigt,das in bester Qualität und ohne Einschlssenur selten vorkommt. Nur rund ein Drittel des geernteten Holzes kann in aller Regelverwendet werden.

Wurzel mit Stamm
Beizen

Als perfekte Maserungen des Bruyreholzes werden etwa Straight Grain (gerade, paralleleLinien) oder beispielsweise Cross Grain (Linien, die sich zu schneiden scheinen)gesehen.

Wurzel mit Stamm
Beizen

Das beste Holz wird vom Coupeur in kleine Kanteln zerlegt, die ausgiebig gewässert und gekocht werden. So werden Säuren und Harze aus dem Bruyreholz entfernt,die den Geschmack beim Rauchen negativ beeinflussen könnten. Anschließend werden die Blöcke noch Monate – manchmal auch Jahre – abgelagert.

Geernttete Knollen
Schleifen

Schon hier lässt sich erahnen, wie groß die Qualitätsunterschiede bei Pfeifen sein können und dass der Preis einer hochwertigen Pfeife vor allem auch von der Güte des verwendeten Rohmaterials abhängt. Hinzu kommt, dass alle Versuche fehlgeschlagen sind, die Baumheide nachzuzchten oder in Plantagen anzubauen.

Geernttete Knollen
Schleifen

Beim Pfeifenhersteller angekommen, werden dann aus den Kanteln die einzelnen Pfeifenköpfe gefertigt – oft in reiner Handarbeit. Dutzende Arbeitsschritte sind hierzu nötig: Die Konturen des Pfeifenkopfes müssen herausgearbeitet und der Rauchkanal gebohrt werden. Das Mundstück muss eingepasst und mit dem Kopf wiederholt verschliffen werden. Die Pfeifenköpfe werden zum Abschluss dann solange gebeizt und poliert, bis die Maserung kontrastreich und in brillanten Farbtönenhervortritt. Alternativ können Pfeifenauch rustiziert – also quasi „behauen“– werden.

Bruyrewurzelknollen Aussortieren nach Qualität
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Bruyrewurzelknollen
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Aufgeschnittene- Wurzelknolle
Zuschnitt Geschnittene Kanteln Weiterverarbeitung
Aufgeschnittene Wurzelknolle
Weiterverarbeitung
Zuschnitt
Geschnittene Kanteln